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HEMS-Funktionsweise: Lastmanagement und PV-Ladung

5 Min. Lesezeit · Aktualisiert 06/2026

Das HEMS erfüllt im Betrieb zwei technisch getrennte Aufgaben: Lastmanagement zum Schutz der Absicherung und PV-Ladung zur Nutzung von Solarüberschuss. Beide Funktionen können unabhängig voneinander aktiv sein. Voraussetzung ist ein aktiviertes HEMS auf der CEM-Wallbox und je nach Modus ein unterstützter Energiezähler.

Zwei Funktionen im Überblick

Lastmanagement sorgt dafür, dass die Summe der Ladeströme unter dem Grenzwert der Absicherung bleibt — mit oder ohne Berücksichtigung anderer Hausverbraucher. PV-Ladung leitet zusätzlich verfügbaren PV-Überschuss an das Fahrzeug weiter. Beide Aufgaben laufen unabhängig: eine Anlage kann rein zum Lastmanagement betrieben werden, PV-Ladung setzt ihrerseits ein konfiguriertes Hausenergiemessgerät voraus.

Statisches Lastmanagement

Ohne konfigurierten Zähler verteilt das HEMS ein fest eingestelltes Strombudget gleichmäßig auf alle gekoppelten Wallboxen. Andere Verbraucher im Gebäude sind nicht bekannt, deshalb muss der Grenzwert konservativ gewählt werden — im schlechtesten Fall laufen voller Hausverbrauch und Laden parallel.

Diagramm zum statischen Lastmanagement: 32 A Grenzwert an der Absicherung, aufgeteilt in max. 10 A pro Wallbox.

Dynamisches Lastmanagement

Mit einem Hauszähler beobachtet das HEMS den Hausverbrauch und berechnet das Ladebudget laufend neu: verfügbar = Netzlimit − Hausverbrauch. Die Ladeleistung wächst und schrumpft entsprechend, ohne die Absicherung zu gefährden.

Diagramm zum dynamischen Lastmanagement: 63 A Netzanschluss abzüglich 20 A Hausverbrauch ergibt 43 A Ladebudget für die Wallboxen.

PV-Ladung

Das HEMS berechnet den PV-Überschuss (Erzeugung − Hausverbrauch) und gibt ihn an das Fahrzeug weiter, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Voraussetzungen: ein konfigurierter Hauszähler, ein aktivierter PV-Modus in der Wallbox (siehe Artikel „PV-Optimierung einstellen“) und derzeit genau eine Wallbox — mehrere werden nicht unterstützt.

Diagramm zur PV-Ladung: 7,0 kW PV-Erzeugung minus 2,8 kW Hausverbrauch ergeben 4,2 kW Überschuss, die statt der Netzeinspeisung an die Wallbox gehen.

Unterstützte Energiezähler

Für dynamisches Lastmanagement und PV-Ladung benötigt das HEMS einen unterstützten Energiezähler am Hausanschluss. Angebunden wird der Zähler über Modbus TCP oder Modbus RTU über einen RTU-zu-TCP-Konverter. Aktuell unterstützt sind:

  • ABB B21 (Modbus TCP/RTU)
  • ABB B23 (Modbus TCP/RTU)
  • Carlo Gavazzi EM111 (Modbus TCP/RTU)
  • Carlo Gavazzi EM112 (Modbus TCP/RTU)
  • Carlo Gavazzi EM24 (Modbus TCP/RTU)
  • Carlo Gavazzi EM24-DIN_E1 (nur Modbus TCP)
  • Carlo Gavazzi EM340 (Modbus TCP/RTU)
  • Eastron SDM120 (Modbus TCP/RTU)
  • Eastron SDM630 (Modbus TCP/RTU)
  • Eastron SDM630 (IT-Netz, Modbus TCP/RTU)
  • Hager ECR180D (Modbus TCP/RTU)
  • Hager ECR380D (Modbus TCP/RTU)
  • KOSTAL Smart Energy Meter (Modbus TCP/RTU)
  • Negotica P1 Gateway (Modbus TCP/RTU)
  • Schneider iEM3155 (Modbus TCP/RTU)
  • Schneider iEM3555 (Modbus TCP/RTU)
  • Shelly Pro 3 EM (nur Modbus TCP)
  • Siemens PAC1600 1×230 V (Modbus TCP/RTU)
  • Siemens PAC2200 (nur Modbus TCP)
  • Siemens PAC2200 (IT-Netz, nur Modbus TCP)
  • Steca PV-Wechselrichter (proprietäre Anbindung)
  • Xemex P1MB 1.0 (Modbus TCP/RTU)
  • SunSpec-kompatible Geräte (Modbus TCP/RTU)